Lieber Daniel, wann und wodurch bist du auf Rosa aufmerksam geworden?
Ich wurde durch meine Partnerin auf sie aufmerksam.
Wie sah dein Leben aus, bevor du die Rosa Koppelmann Methode kennengelernt hast?
Vor der Rosa Koppelmann Methode war ich stark im Erledigen-Modus unterwegs. Ich war viel beschäftigt und oft auch in Ablenkung. Mir war es wichtig, dass alles funktioniert und dass die Harmonie in der Familie erhalten bleibt.
Als Mann wollte ich vor allem für die Familie sorgen und genug Geld nach Hause bringen. Dabei habe ich immer mehr Verantwortung auf mich genommen und mich selbst immer weiter nach hinten gestellt.
Obwohl ich immer mehr gearbeitet und auch mehr verdient habe, hat es sich innerlich nicht leichter angefühlt. Ich geriet immer mehr in ein Hamsterrad und begann, mich selbst darin zu verlieren.
Meine Arbeit machte mir irgendwann immer weniger Freude, obwohl ich selbstständig war. Die Energie war nicht mehr da. Auch meine Familie hat das gespürt. Es kam häufiger zu Auseinandersetzungen.
Was waren deine größten Herausforderungen?
Meine größte Herausforderung war, wirklich für mich einzustehen und zu spüren: Was will ich eigentlich?
Dem zu vertrauen, was in mir wahrnehmbar ist, und Entscheidungen zu treffen, die in die Richtung gehen, die mein Herz ruft.
Oft hat sich jedoch mein Verstand eingeschaltet und gesagt: „Das geht doch nicht.“
Auch meine Prägungen aus der Vergangenheit spielten eine große Rolle. Die Vorstellung, dass ein Mann vor allem zu funktionieren und zu arbeiten hat, am besten handwerklich und zuverlässig, saß tief verankert.
So wurde es für mich schwierig, dem zu folgen, was in mir lebendig war und wo ich Freude gespürt habe.
Gleichzeitig war es eine große Herausforderung, all dem, was in mir auftauchte, überhaupt Raum zu geben.
Ich kannte es kaum, mir selbst Raum zu nehmen oder für meine Bedürfnisse einzustehen.
In einer Welt, die stark von Leistung, Machen und Erledigen geprägt ist, scheint dafür oft kein Platz zu sein.
Wie hast du dich damals in deinem Alltag gefühlt?
Damals habe ich mich innerlich sehr zerrissen gefühlt.
Einerseits habe ich mir viel Wissen angeeignet, technisches Wissen, um als selbstständiger Elektriker arbeiten zu können, und gleichzeitig auch viele Weiterbildungen in Persönlichkeitsentwicklung gemacht.
Doch irgendwie gingen diese beiden Welten für mich nicht zusammen. Ich hatte viel Wissen darüber, wie ich leben oder fühlen wollte, aber mein Alltag sah anders aus.
Das, was ich theoretisch wusste, konnte ich innerlich nicht leben.
So war ich ständig am Arbeiten, Geld verdienen und gleichzeitig dabei, das Gelernte anzuwenden, für mehr Bewusstsein, mehr Balance, mehr Spiritualität.
Aber es fühlte sich an, als würde es nicht aufgehen.
Das hat mich sehr selbstkritisch gemacht. Ich dachte oft: Ich weiß doch eigentlich, wie es sein könnte – warum schaffe ich es nicht, es zu leben?
Diese innere Spannung hat mir viel Energie genommen und auch die Freude an meiner Arbeit.
Gleichzeitig fühlte ich mich mit diesen Gedanken oft allein. Ich hatte das Gefühl, dass mich viele Menschen in meinem Umfeld nicht wirklich verstehen. Auch mit meinen Gefühlen fühlte ich mich manchmal hilflos, weil ich überzeugt war, dass ich alles allein lösen müsse, schließlich war ich ja selbst für meine inneren Zustände verantwortlich.
Meine Partnerin und meine Familie waren eigentlich die Einzigen, die mich darin wirklich gesehen haben.
Mit meiner Partnerin diesen Weg zu gehen, war dennoch sehr unterstützend, weil wir ähnliche Weiterbildungen in “Persönlichkeitsentwicklung” gemacht haben.
Wir konnten uns darüber austauschen und waren oft auf einer ähnlichen Wellenlänge.
Trotzdem hatte ich lange das Gefühl, dass ich mir Vertrauen oder Leichtigkeit erst erlauben darf, wenn ich genug Geld verdient habe und alles abgesichert ist. Heute zu erkennen, dass es auch einfacher sein darf, fühlt sich unglaublich befreiend und entspannend an.
Was hat sich bei dir ganz konkret geshiftet, seit du mit der Rosa Koppelmann Methode arbeitest bzw. spielst?
Seit ich mit dieser Methode arbeite und damit unterwegs bin, hat sich in mir vieles verschoben.
Ich erlaube mir heute mehr, Dinge auszuprobieren und dem Leben mit einer spielerischen Haltung zu begegnen.
Ich erlaube mir auch, Menschen zu begleiten und zu coachen und mich selbst immer wieder in diesen Prozess miteinzubeziehen.
Das Leben fühlt sich weniger als ein ständiges Müssen an und mehr wie ein Spiel, in dem ich Dinge wagen darf, auch wenn der Verstand sie manchmal kritisch hinterfragt.
Ich vertraue mehr und sehe vieles stärker als Energie in Bewegung. Dadurch begegne ich auch meinen Ängsten, meiner Verzweiflung oder Ohnmacht anders. Ich gehe ihnen eher wie ein Freund entgegen, statt sie wegdrücken zu wollen.
Ich bin präsenter mit dem, was gerade da ist.
Dadurch ist viel mehr Annahme entstanden, und mein Leben fühlt sich insgesamt leichter an.
Mit dieser Methode spüre ich wieder stärker das Potenzial und die unendlichen Möglichkeiten, die im Leben liegen. Vieles davon kannte ich zwar schon vorher, doch heute bringe ich es mit mehr Klarheit, Tiefe und Überzeugung zum Ausdruck.
Was war bisher dabei deine größte Transformation?
Es ist gar nicht so einfach, eine einzige Transformation zu benennen, weil sich über die Zeit viele kleine und große Veränderungen ergeben haben.
Eine der wichtigsten Transformationen war für mich, innerlich Frieden mit meinem bisherigen Weg zu schließen, mit allem, was ich geleistet habe, und auch mit dem, was ich nicht geleistet habe.
Mir war es lange wichtig, angesehen zu sein und als erfolgreich zu gelten.
Obwohl ich über zehn Jahre selbstständig gearbeitet habe und von außen betrachtet vieles gelungen war, konnte ich mir selbst diesen Erfolg nicht wirklich zugestehen.
Innerlich hatte ich oft das Gefühl, erst dann erfolgreich zu sein, wenn ich noch mehr erreicht habe oder bestimmte Ziele erfüllt sind.
Eine große Veränderung war deshalb, anzuerkennen, dass mein Weg genauso richtig war, wie er war.
Eine weitere Transformation besteht darin, mir zu erlauben, ein Mensch mit Bedürfnissen zu sein. Diese Bedürfnisse wahrzunehmen, auszusprechen und mir auch Raum zu nehmen in der Beziehung, im Beruf und als Mann.
Heute befinde ich mich in einem Prozess, in dem ich genau das immer mehr lebe.
Ich habe begonnen, gemeinsam mit meiner Partnerin Paare zu begleiten und auch Männer auf ihrem Weg zu unterstützen. Das berührt mich sehr.
Dabei spüre ich immer deutlicher, dass das Leben sich wie ein Spiel entfalten kann, wenn man sich darauf einlässt.
Auch wenn Ängste und Gedanken da sind, entsteht Lebendigkeit, sobald man den Mut hat, diesen Weg zu gehen.
Die größte Transformation für mich:
Zu erkennen, dass das Leben ständig neue Möglichkeiten eröffnet und dass wir entscheiden, welchen wir folgen.
Was passiert in dem Moment, in dem du Rosas Botschaft der radikalen Akzeptanz auf dein Leben anwendest?
In dem Moment beginnt sich das Leben wieder leichter anzufühlen, fast wie ein Spiel. Entscheidungen entstehen weniger aus dem Kopf und mehr aus dem Herzen.
Ich vertraue mehr darauf, dass die Schritte, die sich in mir zeigen, richtig sind.
Nicht im Sinne von „perfekt“, sondern als Einladung, Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen.
Dadurch wird Leichtigkeit wieder spürbar.
Ich sammle Erfahrungen, die mir immer wieder zeigen, dass ich meinem Gefühl vertrauen darf.
Das Leben fühlt sich dadurch lebendiger und freier an.
Was würdest du sagen, hat dich an Rosa persönlich am meisten inspiriert? Was macht ihre Arbeit so einzigartig?
Was mich an Rosa am meisten inspiriert hat, ist ihre Klarheit.
Ihre offene, direkte Art und die Weise, wie sie Nondualität nicht nur erklärt, sondern wirklich lebt und aus ihr heraus spricht.
Mich beeindruckt auch ihr großes Vertrauen ins Leben, dieses Gefühl, dass das Leben mit allem, was dazugehört, schön und lebendig sein kann.
Gleichzeitig ist sie sehr authentisch. Sie zeigt auch, dass sie selbst immer wieder an Themen kommt, die neue Veränderungen oder innere Verschiebungen auslösen. Dass sie Familie hat, Kinder, und im Alltag mit denselben menschlichen Themen und Ängsten konfrontiert ist wie wir alle. Gerade dadurch wirkt sie ehrlich und nahbar.
Ihre Arbeit ist für mich so einzigartig, weil sie gleichzeitig sehr einfach und sehr effektiv ist. Nichts wird ausgeschlossen. Alles darf da sein.
Es geht nicht darum, etwas zu reparieren oder jemanden zu beraten, sondern um radikale Klarheit, so wie sie es selbst lebt.
Was ist das Besondere an der Allowance Ausbildung? Was hat dich bewogen, dich anzumelden?
Für mich war schnell klar, dass ich diese Ausbildung machen möchte.
Es war weniger eine rationale Entscheidung als vielmehr ein klares Gefühl in mir.
Besonders berührt hat mich die Möglichkeit, als erster Mann diese Ausbildung zu absolvieren. Das hat in mir eine große Lebendigkeit und gleichzeitig viel Neugier ausgelöst:
Was wird mich dort erwarten?
Ich hatte bereits viel von Rosa über ihre Podcasts erfahren und gespürt, wie sie diese Leichtigkeit lebt – durch das direkte Spüren und Erfahren im Leben.
Genau das hat mich überzeugt. Für mich war klar, dass ich diese Erfahrung machen möchte. Deshalb habe ich mich angemeldet und entschieden, auch finanziell in diese Weiterbildung zu investieren.
Für mich hat sich das stimmig und wertvoll angefühlt.
Über einen Zeitraum von rund sechs Monaten waren wir immer wieder im Austausch. In dieser Zeit konnte ich die Allowance-Ausbildung in einer ähnlichen Struktur erleben, wie Rosa sie heute auch in ihrer Ausbildung anbietet.
Diese Zeit war für mich sehr wertvoll, weil sie mir ermöglicht hat, die Methode über einen längeren Zeitraum zu erfahren und immer tiefer zu integrieren.
Wenn du die Allowance-Ausbildung in einem Satz beschreiben müsstest – wie würdest du sie zusammenfassen?
Die Allowance Ausbildung ist ein klarer Raum zum Spüren, Austauschen und Integrieren, damit das, was sich zeigt, nicht nur verstanden, sondern auch gelebt werden kann.
Was ist dein persönlicher „Allowance-Moment“, an den du immer zurückdenken wirst?
Ein besonderer Moment für mich war die Erfahrung, in Kontakt zu gehen – nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Dingen, Tieren, Pflanzen oder sogar mit Menschen, die bereits verstorben sind.
Ohne Vorkenntnisse darüber konnte ich diese Erfahrung direkt machen. Einfach durch das Spüren und durch Präsenz entstand eine Verbindung. Das hat mich sehr beeindruckt.
Für mich wurde dabei spürbar, dass wir mit allem, was existiert, verbunden sind. Die Trennung, die wir oft wahrnehmen, entsteht eigentlich nur in unserem Denken.
Diese Erfahrung hat mir auf eine sehr direkte Weise gezeigt, wie verbunden alles miteinander ist.